So richtig hatten sie nicht mehr daran geglaubt, dass
es noch mal funken und knistern könnte. Und ab 50 scheinen liebestaugliche
Männer ohnehin Mangelware zu sein. Was soll man mit einem, der mit dem
Alter der Töchter liebäugelt oder nur über seine Enkelinder
erzählen kann?
Berechtigte Ängste oder nur Schutzschilder? Weil
man sich schon längst auf ein Leben mit sich selbst eingerichtet hat. Weil
man glaubt, dass darin keiner mehr einen Platz findet. Und weil es sowieso nie
mehr so werden kann wie es mal war.
Ich erzähle Ihnen die Geschichten von 14 Frauen,
die es trotz aller Zweifel noch mal gewagt haben, sich zu verlieben. Einige
haben diesem Glück etwas nachgeholfen. Andere marschierten einfach wachen
Auges durch den Alltag. Da ist es sogar zufällig passiert, ohne es gerade
jetzt unbedingt zu wollen. Es gibt sie also durchaus - die Liebesgeschichten
jenseits der Jugendzeit.
Schauen Sie sich den Mitschnitt an, in dem ich mein neues Buch vorstelle:
Mit freundlicher Genehmigung der Ruppiner Medien GmbH
Preis: 12,95 EUR ISBN:
978-3-355-01786-2
Der Titel ist im Buchhandel erhältlich und kann
im Internetversandhandel online bestellt werden.
Signierte und auf Wunsch auch Bücher mit
persönlicher Widmung sind bei der Autorin zu beziehen. per Mail:
unter.vier.augen@t-online.de per Fax: 03303 408285
per Telefon: 03303 405043
Leseproben
Bevor Marina, 65 V. Jochen findet, hat sie bewusst
gesucht, probiert, verworfen
Sie muss ihr Suchgebiet ausweiten. Sie trifft
einen kulturinteressierten Tantra-Mann. Das war auf den ersten Blick nicht zu
erkennen. Sie hatte geschrieben, dass er sinnlich sein soll. Das hatte zu einem
Missverständnis geführt. Er erhoffte sich Lustgewinn auf
göttlicher Ebene. Sozusagen das Tao der Liebe als eine Art Akupunktur von
innen. Die sphärische Musik und die exotischen Düfte beim Liebesspiel
waren verführerisch. Dann aber legte er nur die Hand auf und verharrte in
Ruhe. Das war bei aller Kultur und einer recht abenteuerlichen Lebensweise, die
er zu bieten hatte, ein bisschen zu wenig. Sagte nicht schon der Autor von
"Lady Chatterley", dass es eine Tragödie ist, wenn man Sex im Kopf hat
anstatt zwischen den Beinen, wo er hingehört? Bei der emotionalen
Übereinstimmung hatten sie gerade die Eingangstür erreicht, meinte
er, aber waren noch lange nicht in den Räumen. Sie konnte ihm dort hin
nicht folgen. Er konnte ihr nicht entsprechen
Lena L, 71 erlebt eine kurze, aber intensive Liebe -
bis über Görans Tod hinaus
Beide sind sich so nah wie nie zuvor mit einem
anderen Menschen. Das glauben und spüren sie in diesem Moment. Sie wissen
alles voneinander. Eine Zeit davor und danach hat jetzt keinen Platz mehr. Er
hat ihr beigebracht wie schön die Liebe, wie wunderbar Sex sein kann. Lena
hat Orgasmen immer und immer wieder. Das kannte sie bisher gar nicht . Mit
Göran wird sie jeden Morgen wach und sie sagen einander, wie sehr sie sich
lieben, ohne zu wissen, warum. Das ist aufregend und wahnsinnig schön.
Vielleicht ist genau das die große Liebe, wenn man keinen Grund nennen
kann
Für Renate E., 62 scheint Ulrich die Liebe ihres
Lebens zu sein. Aber er ist neun Jahre jünger. Das führt zu
Unsicherheiten auf beiden Seiten
Es ist ein Abtasten auf beiden Seiten, das sich
noch schützend auf der Grenze der Harmlosigkeit bewegt. Bei einem
Missverständnis hätten beide sofort auf Spaß ausweichen
können. Ein nicht so ernst gemeinter Flirt. Renate will es genauer wissen.
Sie bietet Ulrich in der etwas aufgekratzten Situation an, Brüderschaft zu
trinken. Als hätte er nur darauf gewartet, rutscht er an ihre Seite. Sie
küssen sich unendlich, pausenlos, grenzenlos. Die Beute klebt im Netz.
Renate provoziert weiter. Ob es in der Pension auch Frühstück ans
Bett gäbe? "Selbstverständlich", beeilt er sich zu sagen.
"Pünktlich um halb sechs".
Im Morgengrauen steht Ulrich im Bademantel mit einem
Gedeck für zwei vor ihrer Tür. Für ihn beginnt ein Abenteuer.
Für Renate eine tiefe Liebe. Sie treffen sich so oft es geht. Ein paar
Stunden. Immer kurze Nächte. Kaum ein Wochenende. Mal ein paar Tage Urlaub
im Winter. Die Gaststätte lässt kein regelmäßiges
Liebesleben zu. Renate will in seine Nähe ziehen, damit die Wege
kürzer werden und sie vielleicht auch zusammen leben können.
Gemeinsam schauen sie sich eine Wohnung an. Dann kneift er. So viel Nähe
will er doch nicht